7 Tipps für den Kontakt mit Journalisten

Fast alle Unternehmer wünschen sich, dass über ihr Unternehmen und Produkte medial berichtet wird. Doch wie erreicht man das? Ein Beitrag im beliebtesten Medium der Zielgruppe ist wohl der ideale Weg, um zukünftige Kunden und Partner zu erreichen. Tilo Bonow, Gründer von piâbo public relations, hat 7 exklusive Tipps für internetszene.at Leser zusammengestellt, wie die Erstansprache bei relevanten Medien gelingen kann.

1.) Keine Ansprache ohne klaren USP und News-Wert

Der Journalist interessiert sich für das Besondere, das Individuelle, das Unternehmen, das aus der Masse hervorsticht – was ist also das Alleinstellungsmerkmal, der USP? Bevor Journalisten angesprochen werden, sollte jeder Unternehmer sich darüber im Klaren sein, welche Vorteile er gegenüber der Konkurrenz bietet. Diese können vielfältig sein: Ist das Konzept ein anderes? Unterscheidet sich die Zielgruppe? Ist Dein Produkt günstiger, genauer, das mit  professioneller Kundenberatung? Vielleicht hat es auch einfach ein besseres Design als der Konkurrent – schon kleine Faktoren können den entscheidenden Vorteil ausmachen und einen Redakteur überzeugen. Wichtig ist auch, dass die Nachricht, die Du dem Redakteur zukommen lässt, einen Neuigkeitswert hat. Versetze Dich hier in die Rolle des Journalisten, der vor Kollegen und Redaktionsleitung ein Thema zu verteidigen hat – würde Deine Unternehmensnachricht als Thema bestehen? Hilfreich ist hierbei auch zu überlegen, wie die Geschichte gerade in den aktuellen Nachrichtenkontext passt. Stelle fest, warum sich der Journalist gerade jetzt für Dein Thema interessieren könnte.

2.) Die Auswahl macht’s

Der nächste Schritt ist die Auswahl der Medien und Journalisten. Wer alle Medien mit der gleichen Botschaft kontaktiert und nicht zwischen Motor-Redaktion und Fashion-Bloggerin unterscheidet, wird mit der Ansprache wenig Erfolg haben. Für jede Botschaft, die ein Unternehmen kommunizieren möchte, sollte eine spezielle Gruppe an Redakteuren ausgewählt werden. Wer Journalisten ausfindig macht, die bereits über ähnliche Themen berichtet haben, hat mehr Erfolg als jemand, der Massenmails verschickt. Wie man diese Redakteure findet? Die Zielmedien lesen! Wichtig ist auch eine strukturierte Recherche im Themenumfeld, um die richtigen Ansprechpartner herauszufinden. Sollte nur ein Kürzel oder gar kein Name unter einem Artikel zu finden sein, kann auch freundlich im Redaktionssekretariat nachgefragt werden.

3.) Google ist Dein Freund

Wer die Medien bereits durchforstet und relevante Artikel entdeckt hat, kann auch Google als Recherche-Werkzeug für Ansprechpartner nutzen. Eine effektive Methode ist es, den Namen des bekannteren Konkurrenten zu googlen, wenn es einen solchen gibt. So stößt man oft auf Artikel von Journalisten, die auf dem Fachgebiet Deines Unternehmens Experten sind. Wer regelmäßig über die Berichte zum eigenen Unternehmen und zur Konkurrenz informiert sein möchte, richtet einen Google-Alert ein: Per E-Mail wird der Empfänger eines solchen regelmäßig über alle Veröffentlichungen im Netz informiert und kann so gegebenenfalls darauf reagieren.

4.) Alle Wege führen in die Redaktion – oder doch nicht?

Sie haben nun also eine Journalistenauswahl getroffen und sind bereit für den Erstkontakt – doch wie? Die meisten Redakteure ziehen den digitalen Schriftverkehr einem Anruf vor, da ein Gespräch sie oft aus der Arbeit reißt oder bei einem Meeting stört. Die E-Mail sollte klar strukturiert sein. Keine Bandwurmsätze oder lange Fließtexte. Versuche schnell auf den Punkt zu kommen. Was ist die Story? Sind erst einmal alle “W-Fragen” beantwortet, bist Du schon fast am Ziel. Sollte dennoch ein Anruf nötig sein oder verspürst Du den dringenden Wunsch nach einem persönlichen Gespräch – fasse Dich kurz! Zeit ist in Redaktionen ein knappes Gut. Hier kommt es auf das Timing an: Bei einer Print-Tageszeitung nachmittags um 17 Uhr anzurufen ist kommunikativer Selbstmord.

5.) Die erste E-Mail

Ein paar persönliche Worte und eine kurze Begründung, warum das Thema für den Journalisten passen könnte, zeigen, dass der Absender sich über Medium und Redakteur informiert hat und die E-Mail keine Massennachricht ist. Wichtig ist natürlich, welche Neuigkeit Du dem Redakteur überhaupt anzubieten hast. Teasere diese in nur zwei bis drei Sätzen an. In der ersten E-Mail sollte der Redakteur auf keinen Fall mit Material überschwemmt werden. E-Mails mit zu viel Anhang landen außerdem oft im Spam-Ordner. Kündige stattdessen Deine Geschichte nur an und mache sie dem Redakteur schmackhaft. Zu diesem „Informationsköder“ gehört auch eine knackige Kurzbeschreibung des Unternehmens, kein Roman. Bringe auf den Punkt, was Dein Unternehmen kann und betone den USP, das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Erfinde dabei keine neuen Wörter, verzichte auf Superlative und vermeide Anglizismen.

6.) Neue Wege gehen

Auch auf „sozialem” Wege lassen sich Journalisten ansprechen: Ein Mini-Pitch auf Twitter in 140 Zeichen wirkt manchmal Wunder. Doch Obacht: Der Kommunikationsverantwortliche spricht dabei nicht die Accounts der Medien an, sondern die der ausgewählten Redakteure. Das erfordert zwar mehr Recherche, verspricht aber auch erfolgreicher zu sein. Dies funktioniert natürlich umso besser, wenn der Presse-Beauftrage sich schon vorher via Twitter mit gefragten Journalisten ausgetauscht hat. Die Ansprache sollte nicht erst dann erfolgen, wenn es plötzlich medienrelevante News gibt. Durch die ständige Kommunikation im Twitter-Format erarbeitest Du Dir eine Vertrauensbasis mit dem Redakteur, die sich bei Unternehmens-Neuigkeiten dann als wertvoll erweist.

7.) Die E-Mail danach: Pressematerial

Wenn Du auf die erste Nachricht eine Reaktion erhältst, ist meist die größte Hürde überwunden und Du kannst dem Journalisten das vorbereitete Pressematerial in einer weiteren E-Mail zukommen lassen. Zur Pressemappe gehören die wichtigsten Fakten zum Unternehmen, idealerweise die aktuelle Pressemitteilung und je nach Bedarf ein bis zwei druckfähige Bilder (das heißt mindestens 300 dpi). Wer es besonders gut machen will, passt seine Pressemitteilungen entsprechend an: Nützlich ist hier die eine Meldung, die speziell für B2B-Medien geschrieben wurde und eine Pressemitteilung für B2C-Medien. Essentiell ist auch die Kontaktadresse für Journalisten: Telefonnummer und E-Mail-Adresse eines Ansprechpartners im Unternehmen gehören immer dazu.

 

Über den Autor
Tilo Bonow ist Gründer und Geschäftsführer von piâbo, der führenden Agentur für die digitale Wirtschaft. Neben strategisch vernetzter PR und Social Media umfasst das Leistungsspektrum der Berliner Agentur medienübergreifende B2B- und B2C-Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationsmanagement sowie die Entwicklung von redaktionellen Konzepten. Das Team betreut nationale und internationale Kunden aus der Internet-/IT-/Mobile- sowie der Medienbranche und verfügt über ein eingespieltes globales Netzwerk.

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