Google Plus Local: Tipps für lokales SEO

Lokales SEO als Chance: Die Suche nach ortsbezogenen Angeboten oder Dienstleistungen über Google gewinnt immer mehr an Bedeutung. Maik Metzen, Geschäftsführer von AKM3, beschäftigt sich intensiv mit Local SEO. Der Teufel steckt oft im Detail. Deshalb verrät der Berliner SEO-Experte den Lesern von internetszene.at ein paar Tricks, wie durch gezielte Maßnahmen die lokalen Rankings verbessert werden können.

Seit 2012 Jahr macht sich Google verstärkt daran, lokale Suchanfragen zu erkennen und die Ergebnisse noch besser auf den Standort des Suchenden zuzuschneiden. Die lokalen Treffer sind ein Teil der Universal Search, die seit mittlerweile 5 Jahren die klassischen Suchergebnisse erweitert und anreichert.

Mit dem Ausbau lokaler Ergebnisse, die meist als sogenannter 7-Pack angezeigt werden, reagiert Google auf ein sich änderndes Nutzungsverhalten: Jede zweite mobile Suche hat einen regionalen Bezug, auf dem Desktop machen lokale Anfragen ein Fünftel aller Suchen aus. Die Erfahrungen mit der Universal Search haben gezeigt, dass Bilder, Videos oder Rich Snippets durch ihre prominente Darstellung wahre Klickmagneten sein können. Die Integration, die sich deutlich von den klassischen Ergebnissen unterscheidet, wird durch höhere Klickraten belohnt.

Aus Google Places wird Google Plus Local

Mit der Einführung von Google Places im Jahr 2010 schuf Google die Möglichkeit, die eigenen Google Maps Einträge deutlich auszubauen und verschiedene Informationen zum Geschäft oder Ort zu hinterlegen. Ein Teil dieser Informationen findet sich auch in den lokalen Suchtreffern wieder: Eine Stecknadel kennzeichnet den lokalen Eintrag und zeigt den Standort auf der Karte an. Analog zu den organischen Treffern werden weiterhin Title, Description und die URL ausgegeben. Des Weiteren kann der User ein Bild des Unternehmens, die Kontaktdaten sowie einen Link zu Erfahrungsberichten und Bewertungen finden. Seit 2012 ist Google Places unter dem Namen Google Plus Local ein Teil von Googles sozialem Netzwerk Google Plus.

Im Folgenden soll geklärt werden, wie durch gezielte Maßnahmen die lokalen Rankings verbessert werden. Als lokale Suchanfragen gelten längst nicht mehr nur Suchen, die eine Stadt oder eine Postleitzahl als Suchwort transportieren. Es gelingt immer besser, lokale Intentionen zu erkennen und abhängig vom Kontext auch für Anfragen wie „Möbel”, „Schuhe” oder „Fensterscheibe kaputt” lokale Ergebnisse zu liefern.

Der Nutzerstandort wird dabei über die IP oder über Daten, die sich über GPS, GSM oder WLAN gewinnen lassen, ausgelesen. Auch wenn keine lokalen Treffer integriert werden, variieren die organischen Ergebnisse dennoch in Abhängigkeit vom Nutzerstandort und die Rankings einer Webseite können von Region zu Region unterschiedlich sein.

Was ist bei einem Google Plus Local Eintrag zu beachten?

Besonders spannend für kleine Unternehmen: Ein gut ausgefülltes Google Plus Local Profil reicht für gute Rankings vollkommen aus, im Zweifel wird nicht einmal eine Webseite benötigt. Das Profil sollte so komplett wie möglich ausgefüllt werden, folgende Informationen dürfen auf gar keinen Fall fehlen:

  • Eine ausführliche Anschrift
  • Telefonnummer(n)
  • Website
  • umfangreiche Beschreibung der Firma
  • richtige Kategoriezuordnung (vorgegeben und manuell)
  • Öffnungszeiten

Google bietet außerdem die Möglichkeit, Bilder und Videos einzubinden. Über die Vollständigkeit gibt Ihnen der „Eintragsstatus“ Auskunft – visieren Sie die 100% an.

Einträge können von jedem angelegt werden. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Einträge zu verifizieren oder schon bestehende zu claimen, also sich selbst als Verantwortlichen einzutragen. Ein verifizierter Eintrag wird auch vorausgesetzt, will man das eigene Google Plus Profil und den Local Eintrag miteinander verbinden und damit die Möglichkeiten der sozialen Interaktion erweitern. Wird zusätzlich zum Profil eine Webseite genutzt, sollten dort die selben Informationen zu finden sein. Filialisten müssen für jedes Geschäft eine eigene Unterseite mit spezifischen Adressdaten anlegen.

Was sind Citations?

Das Google Plus Local Profil und die eigene Webseite sind wichtige Faktoren, die durch externe Signale ergänzt werden. Während die sogenannten Citations, also Erwähnungen in Branchenbüchern, schon länger eine wichtige Rolle spielen, misst Google seit diesem Jahr auch den Backlinks mehr Bedeutung bei. Wem es gelingt, gute lokale Backlinks aufzubauen und dabei immer wieder seine Webseite, sein Google Plus Profil und sein Google Plus Local Profil zu verlinken, der kann sehr leicht gute lokale Rankings erzielen. Die Links können dabei von regionalen Blogs, lokalen Foren, hyperlokalen Medien, aus Tageszeitungen oder Branchenforen stammen.

Bei den Citations ist zu beachten, dass die hinterlegten Daten wie Firmenname, Anschrift und Telefonnummer stets einheitlich angelegt werden. Hier steckt der Teufel oft im Detail, die Zuordnung/Wertung der Citations wird dadurch aber deutlich erleichtert. Sein Unternehmen/seine Filiale sollte man in Branchenportalen und Nischenverzeichnissen, lokalen Bewertungsportalen und regionalen Webkatalogen eintragen. Webtools wie der Whitespark Citation Finder helfen beim Finden der relevantesten Verzeichnisse.

Lokales SEO als Chance

Der zunehmende lokale Bezug der Suchergebnisse ist eine Realität, auf die sich Unternehmen einstellen müssen. Wer schnell reagiert, kann die neuen Gegebenheiten zu seinem eigenen Vorteil nutzen. Lokale Händler haben in ihrer Region mittlerweile die Möglichkeit, für wettbewerbsintensive Begriffe zu ranken – auch wenn sich dort bisher Unternehmen mit großem SEO-Budget tummelten. Google gibt also viel mehr Wettbewerbern die Chance, prominent in den SERPs zu erscheinen.

Um erfolgreich mit lokalem SEO zu sein, sind ein paar Hürden zu meistern. Mit Fleiß und Einsatz lassen sich die eigene Webseite sowie die Google Plus (Local) Profile bestmöglich ausstatten. Die inhaltliche Relevanz wird durch die externen Signale der Links und Citations unterstrichen. Sobald der Traffic über die Suchmaschine da ist, muss es nur noch gelingen, die Nutzererwartungen zu erfüllen – ein Kinderspiel für jeden, der Informationen und Dienstleistungen mit Mehrwert anbietet.

 

Über den Autor
Maik Metzen ist Geschäftsführer der Online-Marketing Agentur AKM3 GmbH. Vor der Gründung seines Unternehmens war Metzen über zwei Jahre lang als Leiter des SEM-, SEO- und Controlling-Bereichs von Hitmeister tätig. Der gefragte Speaker begann seine Tätigkeit bei Hitflip im Jahr 2006 als Praktikant während seines BWL-Studiums in Köln und sammelte einige praktische Erfahrungen bei Spreadshirt. Die AKM3 GmbH berät Unternehmen in den Bereichen SEO, SEM, SMM und Reputation Management.

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