Der Lebenszyklus eines Startups – Das richtige Team

Die Symbiose zwischen Gründern und Investoren beginnt mit einem Investmentvertrag und endet mit dem erfolgreichen Exit. Viele Herausforderungen spicken den gemeinsamen Weg. Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture Capital-Investor Target Partners, begleitet die entscheidenden Stationen im Leben eines Startups. In seinem Gastbeitrag für internetszene.at verrät Olaf Jacobi, warum Gründer viel Wert darauf legen sollten, die richtigen Partner ins Team zu holen.

Perfektes Team-Building in Startups

Hat sich ein Start-up für Venture Capital entschieden, gilt es, das Team zu komplettieren. Auch wenn der Jungunternehmer über eine gute Menschenkenntnis verfügt, sich vornimmt, nur die Besten auszuwählen, und auch seine Investoren in die Entscheidung mit einbindet – er wird trotzdem Fehler machen. Und oft sind diese Fehler mit schwerwiegenden Folgen verbunden, die sich später nicht mehr oder nur durch einschneidende Maßnahmen beheben lassen. Team-Building ist daher eine entscheidende Station im Leben eines Startups.

Bereits Jim Collins unterstreicht in seinem 2001 erschienenen Buch „Good to Great – Why Some Companies Make the Leap… and Others Don’t“: „Get the right people onto the bus before you start the engine.“ Ein Gründer sollte bei Personalentscheidungen immer die künftigen Aufgaben des Unternehmens beachten: Welche Hürden muss mein Startup bewältigen? Welche Talente sind dafür gefordert? Welchen Anforderungen muss das Team standhalten? Ob für die Entwicklung der Technologie, des Produkts, für das Marketing, den Vertrieb oder die Internationalisierung – unterschiedliche Unternehmensphasen verlangen auch unterschiedliche Mitarbeiter.

Fünf Tipps, für das richtige Team

1. Komplementäres Team
Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das Gründerteam meist mehr Zeit miteinander verbringt als mit der Familie. Daher sollten die Personen zueinander passen, ähnliche Meinungen vertreten und einen Mehrwert aus Know-how und Erfahrungen generieren. Die Chemie muss stimmen. Zu enge Freundschaften erweisen sich allerdings bei schwierigen Situationen und harten Entscheidungen als Hindernis.

2. Hierachie? Nein danke.
Nicht Chefs bringen das Start-up voran, sondern Menschen, die tatkräftig anpacken und etwas bewegen wollen. So macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, anfangs Hierarchien zu etablieren. Das gilt auch für die Gründer selbst.

3. Weniger ist mehr
Ein Team wächst erst mit den Erfolgen. Ein junges Unternehmen braucht beispielsweise noch keine Assistenten oder eine Personalabteilung. Ein erfahrener und erfolgreicher Serial Entrepreneur – Tom Noonan – hat es so zusammengefasst: „In a startup there are two kind of team-members: a) they sell or b) they produce something”.

4. Motivierte Mitarbeiter
Engagierte Mitarbeiter sind essentiell für ein junges Unternehmen. Niemand kann sich verstecken um Fehler zu vermeiden, niemand kann Aufgaben schwänzen. Die Mitglieder arbeiten im und am Unternehmen. Ein Startup braucht keinen Ja-Sager als Chef.

5. Keine gewagten Sachen
Egal ob Zeit, allokierbare Arbeitskraft oder Kapital. Die Ressourcen eines Startups sind knapp – Experimente nicht erlaubt. Deshalb sollte der Gründer sich und seine Mitarbeiter regelmäßig hinterfragen: Bringen sie und bringe auch ich die nötige Leistung? Gerade bei sich verändernden Startups, die stark wachsen oder in andere Märkte expandieren, gibt es häufig Situationen, in denen auch die Gründer an ihre Grenzen stoßen.

Fazit: Das Team ist essentiell für den Erfolg von Startups.

Der nächste Gastbeitrag von Olaf Jacobi zeigt auf, warum sich ein Startup frühzeitig auf den Bereich Vertrieb fokussieren muss.

 

Über den Autor
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde. Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.

 

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