ShopLove: Münchner Startup präsentiert Mode im Pinterest-Raster

Vor neun Monaten gründeten drei befreundete junge Wirtschaftler in München ein Unternehmen mit einer simplen Idee einer iPad-App zum Kleidung und Möbel einkaufen. Der Clue dabei ist die Kombination der Konzepte: Ein dazulernender Einkaufsassistent – im Pinterest-Stil.

ShopLove StartUp

Ein Button zum Kaufen, einer zum Liken. Der intelligente Aggregator lernt dazu. Bildschirmfoto © ShopLove

 

ShopLove gehört nicht zu den ersten Apps, deren Konzept auf dem Pinterest-Konzept basiert. ShopLove-Mitgründer Hendrik Braun sieht das “gestaltende Designelement” der “weniger strukturierte[n] Anordnung” der Produkte als Trend und bekennt sich zur Adaptierung. Trotzdem sei ShopLove “im Gegensatz zu vielen deutschen Internet-Angeboten keine Kopie eines Konzeptes aus den USA”, so die Gründer im netzwertig.com-Interview.

Auch nutzungstechnisch bauen die Münchner nicht auf unbebautem Pflaster: Die Konkurrenz reicht vom deutschen STYLIGHT (Holtzbrinck Investment) über Amazons Dienst Windowshop bis hin zu entfernter verwandten Produktaggregatoren/Metasuchmaschinen wie die Grazer trendley (wir berichteten).

Pinterest-Klon oder kluge Kombination?

Hendrik Braun betont, dass ShopLove einfacher und unterhaltsamer sei: “Wenn man unsere Ausrichtung (Mobiles Shopping), die Grundidee (Aggregation aller Produkte im Bereich Mode und Wohndesign) und auch die Technologie (lernender Algorithmus für die Personalisierung der Produktauswahl) in die Betrachtung miteinbezieht und im Zusammenhang betrachtet, sieht man, dass unser Konzept keine Kopie ist.” Der Nutzer brauche sich nicht mehr durch zahlreiche Shops in mehreren Tabs im Browser parallel durchkämpfen, sondern habe auf ShopLove alles gesammelt: Bild, Marke, Preis und so weiter.

“Wenn man den Vergleich zu anderen Anbietern heranziehen möchte, würde für ShopLove die Bezeichnung als Flipboard für Shopping am treffendsten sein,” so Hendrik Braun, Mitgründer von ShopLove.

iPad-App kommt an

Ende 2012 hatte die App laut den Gründern ein fehlerfreies Stadium erreicht und verzeichnet bislang mehr Downloads im App-Store, als sie sich je erwartet haben. Zu dritt feilen sie aus einem Münchner Büro. Um dieses zu finden, muss man nach “The Visual Shopping Company GmbH” suchen.

Startrunde mit Inkubator und Business Angels

Das Unternehmen gibt es seit Mitte 2012. Im Sommer führte das Startup die erste Finanzierungsrunde erfolgreich durch: In unbekannter Höhe ist der Inkubator Venture Stars dabei sowie Business Angels wie Cornelius Boersch (Mountain Partners), Ron Hillmann (Yachtico) oder Richard Malley (Madvertise).

Volle Konzentration auf das iPad – sonst nichts

Mutig ist, dass es ShopLove nur für das iPad gibt. Wer keins hat, kann ShopLove nur in einer sich automatisch anpassenden Webapp benutzen. Während andere Mobile-Startups ihr Produktdesign gleich responsive machen, weiß man bei ShopLove, wieso sich die Energie für das eine Gerät namens iPad lohnt: “Das iPad ist in Bezug auf das Einkaufsverhalten auf mobilen Endgeräten bisher das wichtigste.” Auf die Frage, wie schnell ein Drei-Mann-Startup auf neue Betriebssysteme und Bildschirmgrößen auf dem Kleinelektronikmarkt reagieren könne, sagt Mitgründer Hendrik Braun: “Es ist auch als kleines Startup möglich, auf die wichtigen Trends zu reagieren und die relevanten Kundensegmente gezielt zu adressieren.” In ein paar Monaten werden wir mehr sehen.

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