Volles Haus bei den Marketing Natives: “Strategie ist nur die halbe Miete”

Nach der Winterpause fand am 11. März 2013 das erste Marketing Natives-Event mit dem Thema “Marketing Strategies in Action” in Wien statt. Auf die Bühne kamen Werbemeister Peter Hörlezeder (Jung von Matt/Donau), Digitalagentur-Chef Andreas Wochenalt (plan.net), Marketingdirektor Gregor Almássy (Samsung A, CH, SL) und strategischer Kreativleiter Amir Tavakolian (vi knallgrau). Ein motiviertes Jungpublikum und viele Social Media-Verknüpfungen verliehen der Veranstaltung eine einzigartige Atmosphäre.

Gregor Almássy, Peter Hörlezeder, Andreas Wochenalt und Amir Tavakolian; Foto: Katharina Schiffl

Die Marketing Natives (Untertitel “powered by DMVÖ”) legten bei ihrem ersten Event im Jahr 2013 wieder viel Wert auf praktischen Nutzen. Den nötigen Input lieferten die hochkarätigen Referenten. Lange Warteschlagen beim Empfang zeigten die Beliebtheit der Plattform beim Marketing-Nachwuchs.

Wie entstehen Marketing-Strategien? Wie werden sie erfolgreich umgesetzt? Die Referenten präsentierten aktuelle Fallstudien aus der Praxis und beleuchteten Theorien aus der Wissenschaft des strategischen Marketings.

Peter Hörlezeder: “Strategie ist eh nur die halbe Miete”

Jung von Matt-Chef Peter Hörlezeder begann den Abend mit einer Positionierung von “Strategie”. Die, so der Werber, sei nur die halbe Miete. Aus diesem Grund sei er nicht der optimale Speaker, den man hätte auf das Event einladen können. Er schloss eine Präsentation des Arbeitsalltags eines Strategen in seiner Branche an: Information sammeln, zu Pointen verarbeiten, an Kreative übergeben.

Andreas Wochenalt: “Wir sind wieder in den 50ern”

Plan.net-Leiter Andreas Wochenalt ging die Stereotypen der Werbung nach Jahrzehnten durch. Sein Fazit: “Wir sind wieder in den 50er-Jahren”, wo “the product is the message”.

Gregor Almássy: “Theorie statt Katzenvideos”

Auf “die lustigen Videos” wie in den Folien seiner Vorredner müsse das Publikum bei ihm verzichten, leitete Gregor Almássy von Samsung Österreich, Schweiz und Slowenien ein. In simplen Folien erklärte er wichtige Grundlagen für strategisches Marketing. Seinen Vortrag habe er in einem fast 10-stündigen Flug ohne Internetzugang zusammengebastelt.

Amir Tavakolian: “Es wird noch fader”

Auf “fad” solle man sich auch bei Amir Tavakolians Vortrag einstellen, “denn so ist es bei uns [bei der Arbeit] auch”. Der Agenturleiter erklärte den richtigen Einsatz von niedlichen Tieren und Babys in der Werbung und dass keine Strategie oft die falsche Strategie sei – siehe Shitstorms auf KitKat, Pril, Amazon (Leiharbeiter) und ING-DiBa (Dirk Nowitzki in der Metzgerei). Trendrichtig war seine Abschlussfolie, denn die enthielt anstatt eines Videos ein animiertes GIF.

100% in die falsche Richtung: Gregor Almássy erklärt, wie viele oft effizient und schnell arbeiten, die Richtung aber die falsche ist. Foto © internetszene.at

Fünf Projektoren für einen Redner

Der Projektor auf der Bühne war nicht der einzige im WKO-Saal. Je Saalseite beamten zwei weitere Projektoren soziale Feeds auf die Wände, was außer optischen auch demokratische Effekte hatte. Jeder Besucher – und auch daheimgebliebene – konnte zu jeder Zeit dem halben Saal seine Meinung mitteilen.

Foto: Katharina Schiffl

Beschwerdetweet und demokratische Rednerbewertung

Die Veranstaltung verlief interaktiv: Auf einen Beschwerdetweet von Manfred Machacek hörten die Nachredner des Beschuldigten: Nach dem Jung von Matt-Chef traute sich kein Redner, seine Firma in mehr als zwei Sätzen zu erwähnen.

Buffet-Ratespiel auf Twitter, dafür kein Bier

Während der letzten zwei Vorträge setzte ein Buffet-Ratespiel ein und die lokale und physisch anwesende Twitter-Minigemeinde gab Vorschläge ab, was draußen warten könnte. Bei der Stürmung desselben bekamen die Gäste eine Verkalkulation von Veranstalter und Hauptsponsor Ottakringer zu spüren, als alles Bier inklusive Radler aus war.

Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe der Marketing Natives am 27.05.2013 mit dem Themenschwerpunkt “Connectivity”. internetszene.at wird wieder mit dabei sein.

Victoria Mareen Kreutzer Glitzer, Wolfgang Langeder, Markus Fennes, Benjamin Ruschin, Lisa Vockenhuber, Franziska Stich und Thomas Limbüchler. Foto: Katharina Schiffl

 

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