Per Ballerspiel zum Master-Abschluss: Interview mit Peter Kober von Noomix

An der Fachhochschule Salzburg haben 18 Studierende rund-um-die-Uhr-Zugang in ein Spielstudio. Das “Gamelab” am Campus der FH steht dem Team für die Entwicklung eines Computerspiels zur Verfügung. Was vor eineinhalb Jahren als Konzept für ein im Lehrplan vorgesehenes Projekt startete, soll Ende April 2013 an die Öffentlichkeit. Für die anschließende Entwicklung zum marktreifen Game suchen die Entwickler nach Investoren. internetszene.at führte mit Programmierer Peter Kober ein Gespräch.

Raum, Hard- und Software, Serverkosten und Lizenzen bezahlt die FH – nur mehr arbeiten müssen die Entwickler selber. Foto © Fachhochschule Salzburg GmbH

Servus Peter, stell euch kurz vor – wer sind und woher kommen die “18 marvellous people” hinter Missing Kangaroo Productions und dem Spiel Noomix?
Hallo! Wir sind Missing Kangaroo Productions, ein interdisziplinäres Team aus MultiMediaArt- und MultiMediaTechnology-Studenten der FH Salzburg. Wir entwickeln seit mittlerweile nun 1 1/2 Jahren das Computerspiel Noomix, einem 3rd Person Puzzle Shooter, der sich mittlerweile schon in seiner finalen Alpha-Phase befindet.

Seid ihr alle noch FH-Studenten?
Ja.  Unser Curriculum sieht vor, dass in den 4 Semestern unseres Masterstudiums ein interdisziplinäres Masterprojekt entsteht. Die Idee zu Noomix entstand im ersten Mastersemester in der Konzeptionsphase. Nachdem das Konzept dann final war haben sich auch die Leute zusammengefunden, die Noomix mitgestalten wollten.

Wie unterstützte oder unterstützt euch die FH Salzburg bei eurer Arbeit?
Die FH Salzburg hat uns unseren derzeitigen Projekt- und Arbeitsraum, das „Gamelab“, mitsamt der Einrichtung, Hardware/Software, Strom, Internet und Infrastruktur (Server, Lizenzen, …) zur Verfügung gestellt. Des Weiteren gibt es Coachings von externen 3D-Artists oder Programmierern oder auch intern von den Fachbereichsleitern, aber bei der Entwicklung des Projekts sind wir auf uns alleine gestellt.

Wie finanziert ihr die Entwicklung außerdem?
Das Projekt ist derzeit noch von uns eigenfinanziert – die bisherigen Ausgaben (Visitenkarten, Reisekosten zu Awards und Events, Druckerkosten, …) werden unter uns aufgeteilt.

Plant ihr bald eine Finanzierungsrunde und/oder sucht bereits nach Investoren?
Ja, beides. Nach dem Studium planen wir in Salzburg ein Gamestudio zu gründen mit Noomix als Startprojekt und dafür brauchen wir natürlich Geld. Also nutzen wir alle Gelegenheiten, um uns bei diversen Events zu präsentieren, sodass wir potentielle Investoren und Publisher finden können.

Offiziell gebt ihr noch keinen Veröffentlichungstermin für Noomix an, doch mit wie vielen Wochen oder Monaten dürfen wir rechnen?
Mit Ende April gehen wir in die Open Beta, ab diesen Zeitpunkt kann jeder das Spiel ausprobieren. In diesem Stadium wollen wir dann auch für Noomix verstärkt Werbung machen. Der tatsächliche Veröffentlichungstermin hängt von der Finanzierung und den weiteren Schritten ab.

Die zwei Entwicklerinnen und sechzehn Entwickler von Noomix nennen sich “Missing Kangaroo Productions” – so soll nach FH-Abschluss auch das zu gründende Spielstudio heißen. Peter rechts unten. Foto © MKP/Noomix

Wo ist die physische Arbeitsbasis eures Teams?
Derzeit in der FH Salzburg in unserem Projektraum, dem „Gamelab“. Dort haben wir unser gesamtes Equipment für Noomix. In diesen Raum dürfen nur die Teammitglieder hinein, die zudem die notwendigen 24/7 Zugänge haben.

Wie viel Zeit pro Woche steckt Ihr als Entwickler jeweils in Noomix?
Im letzten Semester ist jedes Teammitglied auf etwa 20-30 Wochenstunden zusätzlich zum Unterricht gekommen. Oft wurde aber auch darüber hinaus am Projekt gearbeitet.

Bei Noomix soll das individuelle Gameplay besonders ausgeprägt sein – welche Zielgruppe sprecht ihr an?
Noomix richtet sich vorwiegend an Core Gamer. Durch das durchdachte Kombinieren und Einsetzen der Noomies kann die Spielerin oder der Spieler verschiedene Rätsel in der Welt lösen und herausfordernde Gegner besiegen. Dabei wechseln sich Rätsel und Action in dem vielseitigen Gameplay ab und garantieren durch verschiedenste Möglichkeiten abwechslungsreichen Spielspaß. Noomix bietet einen Multiplayer mit verschiedenen Modi, bei dem SpielerInnen durch das Verwenden von Noomies ihren eigenen Spielstil finden können. Es gibt keine vordefinierten Klassen wie in anderen Shootern, man bastelt sich während des Spiels seine eigene Konfiguration zusammen. Der Multiplayer wird durch ein Ranking- und Ligasystem erweitert und bietet so für Heavy User zusätzlichen Anreiz.

Danke fürs Gespräch!
Bitte! Schaut euch auch die Facebook- und Twitterkanäle und die IndieDB-Seite von Noomix an.

Die Perspektive in Noomix ist im Gegensatz zu Ego-Shootern aus Sicht einer dritten Person. Bild © Noomix

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