Warum MercuryPuzzle.com mehr Rätsel als Lösung ist

Das Portal MercuryPuzzle.com ist Stellenbörse, Persönlichkeitstest und Recruiting-Plattform in einem. Nach der Evaluierung der Talente seiner Einzel-User will der Dienst diese mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringen. Zwei Sachen an MercuryPuzzle.com könnten es derzeit jedoch am Durchbruch hindern.

Hinter dem in Wien und München ansäßigen Startup steckt ein siebenköpfiges Team – Business-Angel Mathias Hiebeler mitgezählt. Die Idee, einen Online-Eignungs-und-Neigungstest mit einem Karriereportal zu verschmelzen, klingt im ersten Moment clever. Hört man aber dem allgemeinen Tenor selbst der digital-freudigen Internetnutzer zu, ist die Offenlegung der eigenen “Psyche” gegenüber (potenziellen) Arbeitgebern nichts Wünschenswertes.

Lieber Personaler, hier mein Facebook

In der technischen Realität setzen die erwünschten Synergien von Psychotest und Jobportal nämlich eines vorraus: Die gegenseitige Offenlegung der Daten und Information. MercuryPuzzle.com lädt unter anderem dazu ein, seine Facebook-Freundesliste zu importieren. Gleichzeitig fragt es einen systematisch nach Arbeitserfahrung ab. Ein Xingbook sozusagen.

Auch in dem Fall, dass MercuryPuzzle.com unterm Strich beim Jobsuchenden-Arbeitgeber-Matching die goldene Formel gefunden haben mag, steht dieses Hindernis neuen Benutzern im Weg. Nur eine beschränkte Gruppe, der die Offenlegung der Daten gleich ist, wird sich mit dem Dienst beschäftigen.

Das Resultat nach dem Erstassessment: Zwei “Promis, die so sind wie du”. Bildschirmfoto © mercurypuzzle.com/internetszene.at

 User springen ab

Damit nicht genug. Nach dem einführenden Prozedere nach der Registrierung durchklickt man einen etwa viertelstündigen Eignungs-und-Neigungstest. Schritt um Schritt müssen je drei Aussagen mit mehr oder weniger Punkteeinheiten beklickt und damit gegeneinander bezüglich Wichtigkeit/Zutreffen ausgewogen werden. Inhaltlich wiederholen sich die Fragen bei wechselndem Wortlaut – klassisch für Psychotests wird so die Objektivität der Eigenbewertungen erhöht. Zwischenfazit: Wissenschaftlich. Enttäuschend dafür ist das Matching-Resultat, welches eben keines ist. Außer zwei Promis, die “wie du” ticken, listet MercuryPuzzle.com keine relevanten Unternehmen oder Personen auf.

Mehr Umfang und Liebe zum Detail geht für ein kostenloses Online-Portal aus Nutzersicht kaum. Derzeit fehlt MercuryPuzzle.com mangels Informationssammlung jedoch der tatsächliche Zweck. Bildschirmfoto © mercurypuzzle.com/internetszene.at

Datenbank muss rasch wachsen

Um dem Nutzer und der Nutzerin besser zu nützen und damit zu einem erfolgreichen Startup zu werden, muss die umfangreiche Datenbank her. MercuryPuzzle.com plant, in einer Datenbank Personen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen zu verknüpfen. Bis es soweit ist, müssen wir wohl zwangsläufig auf whatchado ausweichen und derweil hoffen, dass aus der großgedachten und detailliert geschmiedeten Idee von MercuryPuzzle.com ein benutzerfreundliches Portal wird.

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