ORF: „Wir wollen eine Gesetzesänderung. Ziel ist eine zentrale ORF-App.“

Der ORF plant eine zentrale ORF-App. Damit sollen künftig alle ORF-Inhalte auch per App abrufbar sein. Neben Sendungs- und Themenapps  soll 2014 eine Radiothek des ORF online gehen. Der ORF will sein komplettes Programm rund um die Uhr ins Netz streamen. Dazu braucht es aber erst eine Gesetzesänderung.

Ob Ski-WM oder Nationalratswahl, immer wieder  versucht der ORF Apps zu etablieren. „Second Screen“ ist das Stichwort. Laut ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz spielen nämlich Details, die sich nicht am „Main Screen“ abbilden lassen, und die Möglichkeit zur Interaktion eine immer wichtigere Rolle für traditionelle Medien. Der Haken an der Sache ist der gesetzliche Rahmen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Online und Offline sollen beim ORF aber zunehmend verschmelzen, damit der Content zum Nutzer kommt, auch wenn der nicht zur Sendezeit einschaltet. „Unser Ziel ist es, alle ORF-Angebote auch per App abrufbar zu machen. Wir wollen unsere Produkte zum Kunden bringen und nicht warten, bis der Kunde zu uns kommt“, kündigte ORF-Onlinechef Thomas Prantner gestern in seiner Keynote auf der DMX Austria EXPO & Conference an.

Umfassendes App-Angebot und Radiothek des ORF in Planung

Prantner möchte ORF.at zu einer multimedialen Plattform ausbauen, den gesamten ORF-Content auf allen Plattformen abrufbar machen. Dazu will der ORF in Zukunft alle seine Sender rund um die Uhr als Livestream anbieten und eine Radiothek online einrichten. Außerdem sollen vermarktbare Sendungs- und Themenapps entwickelt werden.  Stolperstein ist bei dem Vorhaben die rechtliche Grundlage. Derzeit ist das nämlich nur eingeschränkt möglich. Möchte der ORF beispielsweise eine Koch-App passend zu einer Kochsendung anbieten, muss es dazu auch eine Website geben. Der Inhalt dieser Website muss sich 1:1 mit dem der App decken. Deshalb strebt der ORF eine Gesetzesänderung an.

Prantner erklärt: „Wir wollen eine Gesetzesänderung für den öffentlich-rechtlichen Bereich. In den nächsten Jahren möchten wir ein umfassendes ORF-App-Angebot schaffen. Unser Ziel ist eine zentrale ORF-App.“

Über diese App soll künftig das komplette ORF-Angebot abrufbar sein. Das Tool „Mein ORF“ werde es dem User ermöglichen, selbst zu entscheiden, welche ORF-Inhalte auf seiner Startseite sind. Fixiert sei das zwar noch nicht, ökonomisch und rechtlich sei das Vorhaben aber in Planung, so Prantner. Mit dem Plan möchte der ORF dem neuen Mediennutzungsverhalten in Richtung mobiler Konsum gerecht werden und sich als multimediale Medienmarke darstellen.

 

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