Werbung auf dem eigenen Handy-Sperrbildschirm – abalo startet

Mit der Idee, Plakatwerbung aufs Handy zu bringen, startete das Wiener Unternehmen abalo Anfang 2012. Ab sofort können sich Nutzer für abalo registrieren und jeden Monat bis zu 15 Euro verdienen. Die Verbindung von personalisierter Werbung auf bisher ungenutzter Fläche mit der Möglichkeit, am eigenen Smartphone Geld zu verdienen klingt ganz nach Win-Win. Ganz neu ist die Idee jedoch nicht: Österreichische Mobilfunkbetreiber versuchten schon vor Jahren, ihre Tarifkunden mit Werbebotschaften am Kuchen teilhaben zu lassen.

Peter Götzl, Michael Mass und Alexander Zrost führen die Abalo Media Gruppe sowie deren operative Gesellschaft abalo GmbH

abalos Ruf nach Aufmerksamkeit geschieht langsam aber sicher: Ein gesponsertes Läuferleiberl auf dem Wienmarathon machte praktisch den Anfang der Werbebotschaften – mittlerweile prangern riesige Plakate an Wiener Hauswänden und Birnen werden auf dreirädrigen Mopeds durch die Gegend gefahren. Nach einem Jahr Entwicklung will abalo nun vor allem junge Menschen erreichen. Sie sind es, die sich für bis zu 15 Euro im Monat den Sperrbildschirm ihrer Telefone zuplakatieren lassen.

abalo: Geld verdienen am Handy

NutzerInnen können höchstens 15 Euro verdienen – ausgezahlt wird direkt aufs Bankkonto

Werbekunden: Preis für 1000 Entsperrungen

Werbekunden erreichen das abalo-Publikum, indem sie Sperrbildschirm-Einblendungen kaufen. Die ersten Werber sind unter anderem Palmers, Ikea und Sony, wie CEO Alexander Zrost bereits bekanntgab. Eintausend Sichtungen kosten einen Werbetreibenden 50 Euro – fixe Tausenderklickpreise, wie sie auch in der Online-Werbung üblich sind. Bei abalo gelten jedoch etwa keine Klicks oder Besuche, sondern das Entsperren des Mobiltelefons. Technisch bedeutet das auf Android-Handys den Fingerwisch des Benutzers, um aus dem Tastensperrmodus auf den Heim-Bildschirm zu kommen.

Handy-Rate in Österreich am zweithöchsten

“Österreich hat die zweithöchste Handy-Rate in ganz Europa” sagt Zrost und deutet damit auf viel Potential hin. Bisher ist dieses aber ungenutzt – oder falsch genutzt, da mobile Werbung von den NutzerInnen als störend empfunden wird – störender, als beispielsweise Online-Werbung.

Idee nicht neu: “Gesponserter Basta” mit wenig Nachklang

Neu am abalo-Modell ist die technische Umsetzung am Sperrbildschirm und die Maßschneiderung der Werbung auf Nutzer, die die Art dieser aktiv mitbestimmen können. Handynutzer am Werbekuchen teilhaben zu lassen testeten auf dem österreichischen Markt bereits die Mobilfunkbetreiber selbst: Beim Tarif “Gesponserter Basta” des Anbieters tele.ring erhält der Nutzer täglich zwei bis drei Werbe-SMS als Gegenleistung für eine niedrigere Grundgebühr. Viel Tumult in der Werbebranche machte der Tarif (sowie sämtliche seiner Vorläufer und Nachahmer) nicht. Spannend bleibt in diesem Sinne, wie abalo die “mobile Onlinewerbung revolutionieren” will.

Derzeit nur für Android

Die erforderliche App können Nutzer aus dem Google Play Store auf ihr Android-Telefon herunterladen und seit 1. Mai 2013 Geld verdienen. Einer Erweiterung auf iPhones steht derzeit weniger der technologische Aufwand, als Apples Kooperationsunwilligkeit bei Werbung auf dem Sperrbildschirm im Wege.

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