Marketing Natives #2 (Connectivity): Zurück in die Realität

Auf der zweiten Marketing Natives-Veranstaltung standen wieder vier Referenten aus unterschiedlichsten Bereichen auf der Bühne. Sie ließen das mehr als 200-köpfige Publikum nicht nur in den Rängen sitzen, sondern bezogen es mit ins Geschehen ein: Ali May (euronews)  rief spontan einen Twitter-Wettbewerb aus.

Den Anfang machte 53er-Jahrgang Helmut Spudich, der lange STANDARD-Journalist war und vor einem Jahr Unternehmenssprecher von T-Mobile Österreich wurde. Er sei schon über der 30-Jahrs-Schwelle, die heutzutage aussage, ob sich jemand mit Technik und Digitalem von Natur aus auskenne oder nicht. Trotzdem habe er jahrelang in Kolumnen anderen Menschen Technik und Digitales erklärt, so Spudich.

Wir müssen weggehen von dieser altersbezogenen Sicht. – Helmut Spudich zum “Digital Native”-Konzept

Alter ist ein altes Konzept

Es gebe Leute, die über Dreißig sind und mit “diesen Themen gut umgehen” können. Genauso müssten nicht allen Leuten, die heute unter 30 sind, besondere Digitalgaben in die Wiege gelegt worden sein. Spudich lud dazu ein, “von solchen Konzepten ein Stück gesunden Abstand zu nehmen”.

Frohe Gesichter besser als Smileygrafiken

Nils Hafner, Hochschulprofessor in Luzern und ausgebildeter “Change Manager”, riet ähnlich seinem Vorredner Spudich zur Auflockerung eines festgefahrenen Konzepts: Virtuelle Aktivität von Kunden werde derzeit oft mit Aufmerksamkeit nur im virtuellen Raum belohnt. Reale Freude zu stiften sei besser, riet Hafner und erläuterte anhand eines Falls:

Das niederländische Luftfahrtunternehmen KLM beobachtete, wie Fluggäste über kurz bevorstehende Flüge twitterten, sich mit Foursquare am Flughafen oder Gate einbuchten oder sich anders bezüglich ihres KLM-Flugs sozialmedial bemerkbar machten. Anstatt auf den jeweiligen Plattformen zu interagieren, suchten KLM-Mitarbeiter die Fluggäste in persona am Flughafen – und dankten ihnen für die Wahl. Dazu gab es einen Gutschein als Geschenk in die Hände gedrückt. Die frohen Gesichter, die entstanden, seien die Spitzenindikatoren für Markensympathie und im Marketing gesünder als stetiges Präsentsein, das aber nicht halb so viel Freude verursachen könne.

wikifolio.com: Vorstellung des Unternehmens

Andreas Kern, geschäftsführender Gründer des Social-Media/Anlege-Mashups wikifolio.com, hob die Haube des erfolgreichen Startups und erklärte, warum seiner Meinung nach das Konzept aufgehe.

Schließlich kam Großbritannien-Korrespondent von euronews, Ali May, auf die Bühne. Im seinem englischen Vortrag erklärte er weniger Theorie, als direkt auf der Leinwand zu twittern und Hashtag-Wettbewerbe mit dem Publikum anzustellen.

Die nächste Vortragsrunde der Marketing Natives findet am 16. September 2013 in der WKO in Wien statt.

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