Preisgekrönter Datenhandel: „Data Dealer“ räumt in New York den G4C-Award ab

Wiener Entwickler von Cuteacute machen User in ihrem Online-Spiel Data Dealer zu Datenhändlern und sorgen damit international für Aufregen. Am Dienstag wurde das Datenschutzspiel aus Wien in New York mit dem „Games for Change Award“ (G4C) prämiert, dem international wichtigsten Preis für Computerspiele mit gesellschaftlich relevanter Botschaft. „Data Dealer“ gewann in der Kategorie „Most Significant Impact“. Seit Freitag bitten die Macher des Datenschutzspiels zudem mit einer Kickstarter-Kampagne um finanzielle Unterstützung für die Vollversion des Spiels.

 

 

„Legal, illegal, scheißegal“ – unter diesem Motto hat eine kleine Entwicklerschmiede in Wien „Data Dealer“, ein ironisches Online-Spiel zum Thema Datenschutz, veröffentlicht. Als User von „Data Dealer“ spielt man einen skrupellosen Datenhändler. Auf fiktiven Plattformen wie „Tracebook“ und „Smoogle“ oder auf Partnerbörsen und über Gewinnspiele sammelt der Spieler alles ein, was er an Daten ergattern kann. Die gesammelten Daten verkauft er dann an Behörden oder Versicherungen. Und zwar möglichst hemmungslos und in ganz großen Stil. So sollen die User erfahren, welche Spuren sie überall online hinterlassen und was mit ihren Daten in Wirklichkeit passiert. Ein hochbrisantes und ernstes Thema, das aber nicht lehrmeisterlich mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Sondern mit viel Witz und Ironie. Und im quietschig-bunten Style eines Facebook-Spiels, obwohl sich „Data Dealer“ eigentlich gegen Facebook selbst richtet. Im Mai wurde die englischsprachige Demo-Version von „Data Dealer“ veröffentlicht. Noch dieses Jahr soll die deutschsprachige Vollversion folgen.

Wiener Entwickler international ausgezeichnet

Ziel der Wiener Entwickler ist es, spielerisch-ironisch für den Datenschutz zu sensibilisieren. Das Konzept geht offensichtlich auf. „Data Dealer“ sorgt nämlich international für Aufregen, ist bereits vielfach prämiert und seit Dienstag um eine weitere Auszeichnung reicher. Das Datenschutz-Spiel wurde mit dem „Games for Change Award“ in New York City ausgezeichnet. Der Preis wird für ambitionierte Spiele vergeben, die eine gesellschaftlich relevante Botschaft vermitteln. „Data Dealer“ setzte sich in der Kategorie „Most Significant Impact“ gegen mehr als 80 andere Spiele durch.

Zwei Jahre haben die Entwickler in ihr Projekt investiert. Da sei die Auszeichnung von der prominenten, internationalen Expertenjury nun eine „super Bestätigung“, so Wolfie Christl, der als Mit-Entwickler die Idee zu “Data Dealer” hatte. Das Games for Change Festival in New York City sei „ziemlich aufregend“ gewesen. „Von Zynga und diversen Spielefirmen aus dem AAA-Bereich bis zu den großen US-Stiftungen und den United Nations war dort alles vertreten, was Rang und Namen hat“, erzählt Christl. Das Games for Change Festival ist das größte Game-Event in New York City und zugleich die global wichtigste Veranstaltung, die sich mit Computerspielen mit gesellschaftlich relevanten Botschaften beschäftigt.

 

Mit Crowdfunding zur deutschen Vollversion

Seit Freitag sammeln die Macher von „Data Dealer“ mit einer Kickstarter-Kampagne  Geld für die deutschsprachige Vollversion des Browser-Spiels. Sie hoffen nun auf Hilfe aus dem Netz: Auf der Crowdfunding-Seite von Kickstarter bitten sie um finanzielle Unterstützung. Über die US-Plattform sollen rund 50.000 US-Dollar zusammenkommen, um das kostenlose Browserspiel zu finanzieren. Das Wiener Entwicklerteam erhält das Geld bei Kickstarter aber nur, wenn bis zum Ende der Kampagne der Betrag auch wirklich zusammenkommt. „Es ist nicht schlecht angelaufen, aber es wird sehr knapp. Das heißt wir brauchen wirklich bald noch etwas mehr. Wenn uns also 500 Leute mit je 100 Dollar unterstützen oder 1000 Leute mit je 50 Dollar, ginge sich das aus“, so Christl.  Wenn alles gut geht, soll die Vollversion noch dieses Jahr erscheinen.

 

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