Dead Drops: Schon über 1000 eingemauerte Filesharing-Stellen

Auf Initiative eines Berliner Künstlers mauern weltweit Menschen USB-Sticks an öffentliche Orte. Jeder kann sein Gerät mit den Speichern verbinden, Dateien nehmen und Dateien liegenlassen. Das offline-P2P-Netzwerk ist diskreter als Datentausch im Netz.

Ein Dead Drop ist ein USB-Speicher, der öffentlich zugänglich allen als Datentauscher dient. Foto © flickr Alan Levine

 

Zum anonymen Peer-to-Peer-Netzwerk, dessen Idee der deutsche Medienkünstler Aram Bartholl hatte, kann jeder beitragen. Man nehme einen USB-Speicherstick und befestige ihn an einem öffentlich zugänglichen, festen Ort – Beispiel: einmauern in eine Fuge zwischen den Ziegeln einer Hausmauer.

Methode aus der Spionage

Dead Drop heißt jede solche Stelle, ein Wort, das aus der Spionage kommt: Auf Deutsch Tote Briefkästen genannt sind dies Postfächer, über deren Existenz und Position nur der Sender und der Empfänger Bescheid wissen. Zeitlich versetzt und ohne, dass es Dritte bemerken, können so Objekte ausgetauscht werden.

Die digitalen Dead Drops nach Aram Bartholl funktoinieren genau so. Ihr Inhalt kann jede Datei sein, die auf dem Speicher Platz hat. Derzeit fasst das weltweite Netz an Dead Drops 6 Terabyte verteilt auf über 1000 Sticks.

Dead Drops-Karte bei Graz

In Österreich sitzen gut zwei Dutzend Dead Drops. Zur Dead Drops-Weltkarte

 

In Verfügbarkeit und physischem Aufwand rechnet sich das Dead Drop-Sharing für die Nutzer wohl nicht. Klassisches P2P-Filesharing wie per BitTorrent hat aber den Nachteil, weniger diskret zu sein, so die Dead Drop-Gemeinde.

Dead Drops verglichen mit Online-Filesharing

P2P online (BitTorrent)  
+ handlich
- indiskret

P2P offline (Dead Drops nach Bartholl)
- unhandlich (Laptop muss an die Wand gehalten werden, eine falsche Bewegung kann Macs mangels „Sicheres Auswerfen“ verstimmen)
+ diskret (Aram Bartholl: „Nobody will notice, because you‘re offline“)

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