Kommunikation nicht vorschnell auf Facebook verlagern

Das soziale Internet hat Unternehmenskommunikation auf den Kopf gestellt. Nicht nur Agenturen wissen, dass in den neuen Kanälen Authentizität und Echtzeit-Rückmeldung wichtiger als früher sind. Österreichische Unternehmen eilen nach und nach Richtung Facebook – und räumen dem Netzwerk manchmal sogar zu viel Platz ein.

In der Unternehmenskommunikation darf man sich nicht auf Facebook verlassen.

Sich auf Facebook zu verlassen und alte Kanäle zu ignorieren ist ein Fehler. © flickr Yortw

 

Uberch.at (von engl. uber chat) ist eine Mini-Anwendung, die ein Dialogfenster zum Facebook-Chat darstellt. Firmen können den Uberch.at in ihre Website einbinden und dem Besucher/Kunden so eine direkte Kontaktmöglichkeit bieten. An einem Ende säße so der Kunde, der das Uberch.at-Widget auf der Unternehmenswebsite X sieht. Auf der anderen säße das Unternehmen, das per Browser, Mobilgerät oder Chat-Klient mit dem Kunden kommuniziert.

Der Vorteil gegenüber den gängigen Kontaktalternativen E-Mail (z. B. über ein Kontaktformular) und Telefon ist klar die Geschwindigkeit. Usability aus dem Hause Facebook mittragend erfüllt das Widget der Socialisten seinen Kommunikationszweck optimal.

Facebook Chat/Nachrichten als Widget

Rechts die Vorschau des Uberch.at-Widgets, links der Personalisierer für einen Embed-Code. © Die Socialisten

 

Es passiert oft, dass sich Unternehmen auf die Kommunikation über einen oder wenige Kanäle beschränken. Bei zu viel Gewichtung auf Facebook, beispielsweise beim Benutzen des Uberch.at als einzige Kontaktmöglichkeit auf der Website, zwingt ein Unternehmen jedem Kunden indirekt Facebook auf. Auf die Füße träte es damit jedem, der kein Facebook-Konto hat.

Auch riskant: Facebook Comments

Neben Widgets wie dem Uberch.at nutzen österreichische Portale und Blogs auch Facebook Comments. Ein Kommentar-Widget sorgt quasi als Gesamtdienstleister für die Abwicklung der Kommentierung (auf Produktseiten, Artikeln etc.). Für diese Lösung spricht, dass Facebook so über die Kommentaraktivität sein Stück vom Kuchen bekommt und im Gegenzug innerhalb seines Netzwerks gut mit der jeweiligen Marke umgeht.

Dagegen spricht wieder die Verlagerung eines zentralen (Kunden)Diskurses auf einen Dritten. Was, wenn Facebook in fünf Jahren nicht mehr relevant ist? Die Kommentarfunktion ist im Normalfall also besser selbstgemacht.

Dass es Facebook in fünf Jahren nicht mehr gibt, wäre Spekulation, doch keine Kommunikationsabteilung sollte es als unsterblich behandeln. Von den VZ-Netzwerken wissen viele, wie schnell es geht.

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