Schibsted: Sind Shpock und Willhaben.at gar keine Konkurrenten?

Der Kleinanzeigendienst Shpock wird oft als frecher Mitbewerber zum größeren willhaben.at dargestellt. Willhaben.at selbst spricht von einer „ernst zu nehmenden Konkurrenz“. Was viele nicht wussten: Willhaben.at-Anteilseigner Schibsted gehören auch 38% von Finderly, dem Unternehmen hinter der App Shpock.

Schibsted: Scheinkonkurrenz Shpock vs. willhaben.at

Der norwegische Medienkonzern Schibsted ist in Europa kein Unbekannter. Schibsted besitzt große skandinavische Zeitungen, das französische und das spanische „20 Minuten“-Blatt sowie eben Marktplatz-Portale wie Finn.no in Norwegen, Subito.it in Italien und willhaben.at hierzulande.

Willhaben.at: 50% Styria, 50% Schibsted

An willhaben.at gehört Schibsted ein 50%-Anteil. Die andere Hälfte halten die Kleine Zeitung und Die Presse, die beide Teil des Styria-Medienkonzerns sind. Die Presse und die Kleine Zeitung verweisen auf willhaben.at als ihr offizielles Anzeigenportal im Netz. Von der Zusammenarbeit mit den Norwegern erhoffte man sich mitgebrachte Erfahrung aus dem Online-Kleinanzeigengeschäft: Finn.no zählt laut TNS Gallup 3,5 Mio. Benutzer, was 70% der norwegischen Bevölkerung entspricht.

Shpock: 38% Schibsted, aber Pssst!

Bisher kommunzierte Schibsted nicht, dass es 38,68% an Finderly – den Machern von Willhaben.at-“Konkurrenz“ Shpock – hält und damit der größte Anteilshaber ist. In eigenen öffentlichen Angaben des Schibsted-Konzerns kommt Finderly nicht vor, von anderen Beteiligungen wie die bei willhaben.at, finn.no oder „20 Minutos“ ist aber sehr wohl die Rede. Die Gesellschafter von Finderly sind laut FirmenABC Schibsted Classified Media AS (38,68%), Katharina Klausberger (17,52%), Armin Strbac (17,52%), SpeedInvest (12,31%), Johann Hansmann (9,68%) und Stefan Fleig (4,29%).

Konkurrenz?

Zum Werbefachmagazin Horizont sagte willhaben.at-Werbechef Jochen Schneeberger diesen Mai, Shpock sei eine “ernst zu nehmende Konkurrenz.”. Er führte aus: “Wir nehmen es ernst, dass es da Bestrebungen gibt, die in unsere Richtung deuten“. Mit einer eigenen App, die mittlerweile heraußen ist, wolle man das Wiener Startup Shpock abwehren. Jochen Schneeberger war vor seiner willhaben.at-Zeit stellvertretender Anzeigenleiter bei der Zeitung Die Presse.

Wenn es nach den Worten Schneebergers geht, hat willhaben.at bezüglich Shpock übrigens nie Übernahmegelüste entwickelt. Selbstbewusst betonte er, dass man eine riesige Plattform und einen guten Ruf im Web habe, auf denen man aufbauen könne. Es gilt anzumerken, dass willhaben.at aber auch keine Beteiligung an Shpock hält.

Nachtrag 20:41:

Katharina Klausberger von Finderly betont, dass es sich um ein “ganz frisches Investment” handelt und Shpock und Willhaben.at zwei komplett unabhängige Unternehmen mit unterschiedlichen Ausrichtungen sind.

 

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