pitchscoring.com: Virtueller Merkzettel für Business Angels

Seit drei Tagen gibt es ein neues Tool extra für Business Angels: Pitchscoring. Mit dieser Web-App können Business Angels anhand von Pitches und Marktdaten Startups nach ihrer persönlichen Strategie und ihrem Investmentfokus analysieren. Entwickelt wurde Pitchscoring von Venionaire Capital und dem Business Angel Institute.

Startups schießen wie Pilze aus dem Boden. Und alle pitchen sie wie die Weltmeister. Viele davon sind spannend. Möglicherweise lohnt sich auch eine Investition. Als Business Angel springt man von Pitch-Event zu Pitch-Event und analysiert fleißig. Da wäre doch ein Merkzettel praktisch. Irgendein Tool, das all die Informationen und Daten dokumentiert und bewertet, indem es einen Blick auf den Markt wirft und auch gleich schaut, was am besten zum eigenen Investmentfokus passt. Ein Tool eben, das hilft bessere Entscheidungen zu treffen. Genau so ein Helferlein gibt es jetzt, sagt Berthold Baurek-Karlic, Geschäftsführer von Venionaire Capital. „Ich besuche selbst sehr viele Pitch-Events und habe mir dabei schon öfter gedacht, dass ich so einen virtuellen Merkzettel gerne hätte“, so Baurek-Karlic im Gespräch mit internetszene.at. „Wir haben lange gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Also haben wir unser eigenes Tool entwickelt. Das Business Angel Institute hat uns mit wissenschaftlichen Anknüpfungspunkten sehr stark geholfen“, so Baurek-Karlic weiter.

Helferlein für Business Angels

Pitchscoring ging Anfang der Woche an den Start und wurde extra für Business Angels entwickelt. Sie können damit, Startups anhand von Pitches und Daten nach ihren eigenen Kriterien bewerten, vergleichen und so im Idealfall Investment-Entscheidungen treffen. „Das Besondere ist, dass diese Kriterien auch im Verhältnis zum Marktdurchschnitt dargestellt werden, also nach Industrie beziehungsweise Branche, Unternehmensphase und Region beziehungsweise Währungsraum“, so Baurek-Karlic. Dieser Vergleich sei enorm wichtig. „Als Business Angels sind wir nämlich in einem äußerst unübersichtlichen Markt ohne frei zugängliche Marktdaten aktiv“, erklärt Baurek-Karlic weiter.

Durchblick am Markt 

Das besondere Zuckerl von Pitchscoring ist also der direkte Vergleich mit Marktdaten. „Man erhält nicht nur eine Auswertung, wie das Unternehmen, auf die persönliche Strategie beziehungsweise auf den persönlichen Investmentfokus passt, sondern wo der Markt vergleichbare Unternehmen sieht. Wir liefern also sogenannte Benchmarks für Bewertungen und für qualitative Bewertungsfaktoren“, erklärt Baurek-Karlic im Gespräch mit internetszene.at. Dieser Markteinblick sei normalerweise nur für sehr große Marktteilnehmer gegeben, die eine Unmenge an Deals analysieren und abschließen, nicht aber für Business Angels, die häufig alleine oder mit kleinen Teams operieren.

Startups im Test

Business Angels achten bei einem Startup-Pitch oder einem Erstgespräch auf einige Kriterien. Die Qualität des Teams, des Geschäftsmodells, der Skalierungs- beziehungsweise Wachstumsfähigkeit und die Technologie sind da ausschlaggebend. In späteren Entwicklungsphasen wird auf Key-Performance-Indicators geachtet, also Kennzahlen, die die Unternehmensleistung abbilden, erklärt Baurek-Karlic. Pichscoring soll mit automatisch generierten Reports Ergebnisse nach persönlichen Kriterien übersichtlich visualisieren. Das System lebe von einer hohen Datenqualität und einem guten Algorithmus, so Baurek-Karlic. „Wir haben bei Venionaire Capital im letzten Jahr deutlich über 500 Startups gesichtet und analysiert. Diese Erfahrungen haben wir mit vielen Partnern und Testern verarbeitet, um von Beginn an gute Daten liefern zu können.“

Publikumsfeedback bei Events

Die Anwendung soll künftig gezielt Eventveranstaltern zur Verfügung gestellt werden, um das Feedback des Publikums einfangen zu können. „Zusätzlich arbeiten wir an vielen weiteren Funktionalitäten, die wir nach und nach veröffentlichen werden. Mittelfristig sollen diese Dienste punktuell auch kostenpflichtig angeboten werden“, so Baurek-Karlic gegenüber internszene.at.

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