resthaarboerse.com im Selbsttest: Last minute zum Friseur

Vor Kurzem ging die Resthaarbörse an den Start. Das neue Wiener Startup möchte Friseure und deren Kunden glücklich machen. Ähnlich wie bei Reiseanbietern bieten auf der Plattform Friseure ihre restlichen freien Termine zu deutlich verbilligten Preisen an. Unsere Redakteurin Katharina Lau hat schon einige traumatische Friseurerlebnisse hinter sich und für internetszene.at den Selbsttest gewagt.

Ein Friseurbesuch ist für mich wie für viele der Besuch beim Zahnarzt. Ich habe nämlich eine Styling-Phobie. Klingt komisch, ist aber tatsächlich so. Woran das liegt, weiß ich nicht. Bestimmt gibt es dafür irgendwelche tiefenpsychologischen Gründe, die mir allerdings herzlich egal sind. Fakt ist: Noch nie habe ich glücklich einen Friseursalon verlassen und mich schön gefühlt. Beim letzten Mal lief das Styling so ab: „Du hast Bewegung in deinem Haar.“ Aha. So, so. Und was machen wir da? „Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wir glätten sie oder wir drehen sie ein für noch mehr Locken.“ Ich entschied mich für die Locken und hatte dabei einen sexy Wuschelkopf à la Marilyn Monroe im Sinn. Nach Trockenhaube & Co. war mein Spiegelbild natürlich weit entfernt von einem Sexsymbol. Ich sah aus wie ein Schaf und war auf dem Heimweg froh, dass meine Jacke eine Kapuze hatte. Zu allem Übel hat mich das Ganze insgesamt 152 Euro gekostet. Das finde ich teuer. Zu teuer.

 Sparen ohne Verzichten

Dass ich jetzt hier in Wien schon wieder wie ein Schulmädchen nervös auf einem Friseursessel herumrutsche, ist  die Schuld von Laurenz Gröbner. Er verspricht mir mit seinem Startup die Lösung für mein Problem. Resthaarbörse heißt die neue Plattform, finanziert wird sie bisher rein aus Eigenmitteln. „Die Idee ist, dass man Restplätze bei Friseuren online und vergünstigt buchen kann. Du sparst dabei 20 bis 50 Prozent“, erklärt er. So möchte Laurenz Gröbner Friseuren helfen, ihre Auslastung zu steigern, und eben auch Friseurbuchungen für Kunden effizienter machen, erklärt er weiter. Das will ich ausprobieren. Also vereinbare ich einen Termin. Am besten noch heute, bevor mich der Mut verlässt. Restplätze müssten ja flott zu haben sein. Dem ist auch so. Ähnlich wie bei Reiseanbietern bieten 18 Wiener Friseure ihre restlichen freien Termine zu deutlich verbilligten Preisen an. Positiv fällt mir dabei auf, dass sich auf der Plattform ausschließlich seriöse Handwerksbetreibe finden. Trotz Sparangebot muss man also nicht auf Qualität verzichten.

 

Resthaarbörse österreichweit 

Online kann man auf resthaarbörse.com einfach nach dem passenden Termin suchen und sofort buchen.  Ideal für alle, die einen vollen Terminkalender haben und einfach spontan eine Lücke für einen Friseurbesuch nutzen wollen. Ich finde ein Zeitfenster am Montagnachmittag und lande bei Stylistin Martha im Friseursalon Ossig am Wiener Stephansplatz. Dort erwartet mich dann allerdings Bernhard. Ziemlich schick der Laden. Ziemlich nett und zuvorkommend der Stylist. Selbst als er im Beratungsgespräch merkt, dass er mit mir eine beratungsresistente Nuss zu knacken hat. Aber die Nummer mit der Aroma-Massage zieht bei mir natürlich voll. Spätestens jetzt hat er mich auf seiner Seite. Bernhard ist der Junior-Chef im Salon Ossig und erzählt mir, dass schon einige Kundinnen über die Plattform bei ihnen gelandet sind. Mit dem Konzept, Restplätze zu füllen, ist er zufrieden.

 Das Fazit: Bernhard, meine Freundinnen und ich finden die Idee von resthaarbörse.com ziemlich leiwand. Meine neue Frisur wiederum findet der Trafikant in meiner Straße „eh ganz in Ordnung“. Und der Trafikant in meiner Straße hat eigentlich immer recht. Den Salon Ossig werde ich vielleicht auch privat wieder besuchen. Und Resthaarbörse plant den Ausbau: „Wir sind bereits dabei, unsere Idee in die Landeshauptstädte auszurollen. In Zukunft wollen wir unser Team im Sales- und Entwicklungsbereich verstärken, damit wir für die Skalierung gewappnet sind“, so Laurenz Gröbner.

 

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