CashCoow: Coupon-Tamagotchi hilft dem Ladenverkauf

Der Salzburger Ex-Sony-Mitarbeiter Stefan Podhajski brachte im Dezember eine Coupon-App mit Erinnerungsfunktion in die Stores: CashCoow. Deren Mittelpunkt ist eine animierte Kuh, die an das pflegebedürftige Elektronikspielzeug Tamagotchi aus den 90ern erinnert.

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Das Entwicklerteam: Bernd Bergler (links), Stefan Podhajski (Mitte) und Peter Riegler. © woohoo/internetszene.at

Auf dem Bildschirm grast eine Kuh – die logische Folge: Der App-Benutzer kann sie melken. Statt Milch gibt die CashCoow Guthaben, das im Rahmen festgelegter Rabattmargen (wie beim Couponing) dem Benutzer Vergünstigungen im stationären Handel bringt. Hervis ist bisher das bekannteste Handlesunternehmen, das Gründer Stefan Podhajski und seine Partner überzeugen konnten.

Melkpause in der Nacht

Die Kuh darf natürlich nicht endlos gemolken werden: Von 22:00 bis 6:00 Uhr schläft sie. Es kommt außerdem darauf an, wie saftig eine Weide ist, ob mehr oder weniger Guthaben aus dem Euter kommt: Bei Partnern gebe es saftigere Weiden als sonstwo, so Podhajski. Wer also neben einer Hervis-Filiale wohnt, hat Glück, da die App den tatsächlichen Standort des Telefons verwendet.

Von den fünf kooperierenden Partner-Handelsketten kennt CashCoow 400 Läden. App-Benutzer müssen für einen Preisnachlass einfach das ermolkene Guthaben gegen einen gewünschten Coupon einlösen, wenn sie an der Kassa stehen, und den aufscheinenden Strichcode dem Kassier zeigen.

Michael Pachleitner beteiligt

Stefan Podhajski kommt aus St. Johann im Pongau und arbeitete im Produktmanagement bei Sony. Vor zwei Jahren kam er mit der fixen CashCoow-Idee nach Wien. Er sei sich sicher gewesen: “Wenn ich in Österreich gründen will, kommt nur Wien in Frage.”

Gründen in Österreich ist irrsinnig konservativ und irrsinnig schwierig. – Stefan Podhajski, woohoo/CashCoow

Gleichzeitig sprang der ursprüngliche Partner ab und Podhajski musste neue Verbindungen knüpfen. Heute arbeitet er mit Android-Entwickler Peter Riegler und Web-Entwickler Bernd Bergler zusammen. Die drei bekommen Unterstützung von einem iOS-Entwickler und für Social Media- und Design-Fragen Hilfe von der Grazer Agentur Conversory.

Letztere ist auch an der Firma hinter CashCoow beteiligt. Auch dabei: Stefan Podhajski und Michael Pachleitner (Red Bull Racing Eyewear).

Vorbild: Tamagotchi

Die App habe im Sinne des Benutzerengagements das Vorbild Tamagotchi. Das japanische, fixbespielte Elektronikspielzeug hat einen kleinen Flüssigkristallbildschirm und wenige Knöpfe, mit denen Spieler das Ei-Wesen füttern, pflegen und umsorgen musste, ehe es starb. “Aber:”, sagt Podhajski, “wir wollen kein Spiel werden, sondern eine Couponing-App”.

Auf die glorreiche Idee der Gamification (der Verspielerung von eigentlich nicht-spielischen Vorgängen) kam Podhajski nach einem kurzen Blick in die Statistik der mobilen Stores: Dort machen Apps zu sozialen Netzwerken nur den zweiten Platz nach Beliebtheit aus. Auf dem ersten stehen Spiele.

Österreich sei ja ein Smartphoneland: Verglichen mit anderen Ländern benutzten sie hier überdurchschnittlich viele Menschen. “Die Leute verbringen zwei Stunden am Tag am Smartphone.”, so Podhajski.

Melken, bevor es zu spät ist

Wie bei echter Milch gilt auch für das Guthaben der CashCoow: Nach einer Woche ist es schlecht. Rasch entscheiden wie die Nutzer seiner App muss auch Stefan Podhajski, der 2014 auf Investitionssuche ist. “VC aus Deutschland wäre mein Wunsch. Auch gut wäre ein Business Angel mit einem Netzwerk im Handel.”

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