EU-Forschungsprojekt: Steirer arbeiten an Daten-Skibrille mit Hütten-Navi

Wartezeiten am Skilift, Wettervorschau oder per Navi zur nächsten Skihütte – die nötigen Infos dafür sollen schon bald am Display der Skibrille in Echtzeit eingeblendet werden. Eine Grazer Firma arbeitet an einer neuen Software für Skibrillen mit Daten-Display. Das System wird im Rahmen eines von der EU geförderten Forschungsprojekts entwickelt und gerade in der Skiregion Schladming-Dachstein getestet.

Einfach nur Skifahren. Das geht schon lange nicht mehr. Für jede Schneebedingung andere Bretter, für jeden Style ein anderer Look. Von der Unterwäsche bis zur Hardware alles Hightech. Bis unter die Zähne mit Sportequipment bewaffnet stürzen sich Skifahrer in den weißen Rausch. Das Freizeiterlebnis verlangt nach Professionalität und der Skifahrer – nein, nicht nach dem Kick oder einfach dem Spaß an der Freude – sondern nach Datenmanagement.

Skifahrer wollen zwar das Skifahren nicht neu erfinden, aber sie haben gerne den Durchblick. Eine neue Software soll Wintersportlern auf der Piste nun Auskunft geben über Geschwindigkeit, zurückgelegten Weg, Höhenmeter, Hütteninfos, Liftwartezeiten, Wetterprognosen, Pistennavigation oder wo die Freunde gerade im Skigebiet unterwegs sind. Damit wer das alles beim Skifahren wissen will, nicht mühsam das Smartphone aus der Funktionsjacke oder dem Hightech-Rucksack kramen muss, soll es all diese Daten nun in Echtzeit direkt auf das Brillenglas der Skibrille geben. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts arbeitet die steirische Firma evolaris gerade an der Skibrillen-Software „Smart Ski Goggles“.

„Neues Zeitalter für Pistenvergnügen“

Das Projekt von evolaris geht dabei in eine ähnliche Richtung wie der Brillen-Minicomputer „Google Glass“. „Wir setzen aber nur auf Infos, die für den Skifahrer oder Snowboarder interessant und hilfreich sind“, erklärt Gerald Binder, Projektleiter von evolaris. „Über das in der Daten-Skibrille eingebaute GPS-System wird es für ortskundige Wintersportler möglich, einfach und schnell durch das Skigebiet zu navigieren und ohne großen Aufwand zum gewünschten Lift oder zur angepeilten Skihütte zu gleiten“, so Binder weiter. Damit soll „das winterliche Pistenvergnügen schon bald in ein neues Zeitalter“ geführt werden. Prototypen werden derzeit in der Skiregion Schladming-Dachstein getestet. Der dortige Tourismuschef Mathias Schattleitner ist überzeugt: „Innovation wie diese werden sich in Zukunft immer mehr durchsetzen.“

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