Stadt Klagenfurt will Amazon & Co. Konkurrenz machen

Das Stadtmarketing in Klagenfurt hat einen ehrgeizigen Plan: Es möchte Amazon & Co. Konkurrenz machen und lokale Unternehmen ins digitale Zeitalter hieven. Deshalb eröffnet das Stadtmarketing im Herbst 2014 einen eigenen Onlineshop. Gegen eine monatliche Gebühr werden die Produkte von Klagenfurter Firmen ins Netz gestellt. Villach hätte auch gerne so einen Web-Shop, sucht aber noch nach einer Lösung.

Online Shopping ist allgegenwärtig. Häufig ist das zum Nachteil von kleinen Geschäften. Die Stadt Klagenfurt möchte dem entgegenwirken. Deshalb hat es sich nun das Stadtmarketing zur Aufgabe gemacht, lokale Geschäfte ins digitale Zeitalter zu hieven. In den nächsten Monaten soll deshalb ein Klagenfurter Shoppingportal samt Zustelldienst nach dem Vorbild von Amazon entstehen. Damit sollen die Klagenfurter Händler die Möglichkeit bekommen, ihre Waren im Internet anzubieten. Der Web-Shop soll genauso funktionieren wie die Angebote großer Versandhändler. Genau wie bei Amazon, Zalando & Co. werden gegen eine monatliche Gebühr die Produkte der Klagenfurter Firmen ins Netz gestellt. Innerhalb des Stadtgebiets soll die Lieferung dann sogar binnen einer Stunde möglich sein, so der Plan.

Sonderbudget für eigenes Shoppingportal der Stadt

Das Projekt kostet rund 200.000 Euro und wird von der Stadt Klagenfurt finanziert, sagte Finanzstadtrat Albert Gunzer (FPÖ). „Dahinter steht die Überlegung, dass ein Einzelbetreib das Geld für einen professionellen Onlinehandel schwer aufbringt. Da habe ich gesagt, ich trete mit dem Geld in Vorlage und schaffe die Rahmenbedingungen. Ich mache die Anschubfinanzierung und es fließt dann ja über die monatlichen Beiträge der Händler wieder Geld zurück. Abwickeln wird das das Stadtmarketing. Der Händler hat keine anderen Kosten als 50 oder 100 Euro im Monat“, erklärt Gunzer das Projekt. Lokale Unternehmen, die den Schritt ins Netz nicht alleine wagen, können sich schon jetzt beim Stadtmarketing in Klagenfurt melden. Auch bestehende Onine-Shops können integriert werden. Hilfe beim Sprung in die digitale Welt gibt es vom Stadtmarketing. „Es wird Workshops geben, in denen der Umgang gezeigt wird und wir fotografieren auch die Produkte für den Shop“, erklärt die Klagenfurter Stadtmarketing-Chefin Anita Telijan. Los geht´s mit dem Einkaufsportal der Stadt Klagenfurt dann im Herbst 2014.

Villach überlegt noch

Auch in Villach ist man an der Idee dran. HAK-Schülerinnen arbeiten derzeit im Rahmen eines Schulprojekts an einem Onlineshop für ihre Stadt. Kaufgewohnheiten werden analysiert, Unternehmer befragt, ein Marketingkonzept erstellt. Dasselbe tut das Villacher Stadtmarketing. Auch der Villacher Stadtmarketing-Chef Gerhard Angerer möchte nämlich, dass das Warensortiment der lokalen Händler im Netz angeboten wird. Er stellt sich den Online-Handel so vor, dass er auch zu einer „Belebung der Innenstadt“ führt. „Dann nämlich, wenn es zum Online-Angebot einen Offline-Mehrwert gibt“, erklärt Angerer. Er meint damit: Die online bestellten Artikel können sich Kunden dann auch ins nächste Geschäft liefern lassen, um sie zu probieren, anzufassen und im Idealfall mitzunehmen. Während in Klagenfurt die Stadtpolitik ein Sonderbudget locker machte, fehlt in Villach zur Umsetzung allerdings noch das Geld.

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