MyMundus-Gründer auf WKO-Förderung: Schlaf auf 5 Stunden verkürzt

René Vonwald und Constantin Gavrilete lebten drei Monate lang in Santa Clara, Kalifornien. Die WKO und das Teilbüro Plug and Play Tech Center luden die beiden ein, um ihr Startup MyMundus voranzubringen. Der Archivdienst MyMundus soll die Lücke des ehemaligen Anbieters Archify stopfen. Er findet besuchte Seiten eines Benutzers nach intuitiven Kriterien wie Farbe und Struktur. Im Gespräch mit internetszene.at erklären Constantin und René, was die Verkürzung ihres Schlafs auf fünf Stunden pro Nacht mit ihrer Produktivität machte.

Mehrphasenschlaf: René Vonwald und Constantin Gavrilete im Gespräch. © MyMundus

Mehrphasenschlaf: René Vonwald (li.) und Constantin Gavrilete haben eine gute Erfahrung gemacht. © MyMundus

Der Mensch kommt mit weit weniger als acht Stunden Schlaf pro Tag/Nacht-Zyklus aus, wenn dieser nicht am Stück stattfindet. Die MyMundus-Junggründer Constantin Gavrilete und René Vonwald haben sich solchen Mehrphasenschlaf angewöhnt, um während ihres Arbeitsstipendiums im Silicon Valley das Meistmögliche zu schaffen: Sie halbierten ihren Nachtschlaf auf vier Stunden und legten dafür untertags kurze Siesten ein.

4 + 1/2 + 1/2 statt 8 Schlafstunden

„Das Problem an 8-stündigem, normalen Schlaf ist, dass du nicht kontinuierlich in der Tiefschlafphase bist. Die Idee bei diesem Schema ist, dass die Person in 20 Minuten so schnell wie möglich in die Tiefschlafphase kommt.“ sagt Constantin.

Heißt also: Bei mehreren Schlafenszeiten pro 24-Stunden-Zyklus sinkt unterm Strich der Bedarf an Schlaf. René und Constantin gingen nach dem beliebten „everyman“-Schema. „Da hat man einen Kernschlaf, wir haben den nachts gemacht. Er geht vier Stunden. Über den Tag verteilt schläft man drei Mal 20 oder zwei Mal 30 Minuten.“

Schlaf- und Wachseinsrhythmus

Constantin und René haben ihren Tagesablauf um das Mehrphasenschlaf-Schema herum eingeteilt und alles zuzsammen verinnerlicht:

Aufstehen (nach Kernschlaf) 8:00 Uhr
Essen
Arbeitspaket
Training 1,5-2 Std.
Arbeitspaket
Schlafen (Erster Zyklus)
Essen (Mittagessen)
Arbeitspakete
Essen (Abendessen)
Schlafen (Zweiter Zyklus)
Arbeitspakete
Schlafen (Kernschlaf)

Muss man sich genau ans Schema halten?

Ja, weiß Constantin: „Wir haben einfach immer um Punkt [ein Uhr den ersten Tages-Schlafzyklus] gemacht. Das Problem ist sonst: Wenn du einmal anfängst abzuschweifen, dann weicht es immer mehr ab.“

Selbstständige haben keine Hürden

Constantin fing mit mehrphasischem Schlaf schon während des Studierens an. Ihm standen schnell Hürden im Weg: „Ich arbeitete daneben und das kam da nicht gut, wenn man sich einmal 20 Minuten hinlegt.“

Als Unternehmer haben sie mehr Freiheit: Wollte jemand einen Termin um die Uhrzeit einer geplanten Schlafphase, „haben wir die Schlafphasen schon mal verlegt. Normalerweise haben wir Termine anders gelegt. Bei everyman hat man den Vorteil, Schlafphasen auslassen zu können.“ sagt René.

Arbeitspakete zur Selbstüberwachung

Um immer über den Dingen zu stehen haben sich die beiden Arbeitspakete festgelegt. „Die gehen maximal eine Stunde, eineinhalb“, sagt Constantin. Arbeitspakete sind am Stück zu erledigen und sollen beim Fokussieren helfen. Leistungs- und Entspannungszeit sind klar getrennt.

„Unser Ziel war ja, so produktiv wie möglich zu sein. ‘Wir dürfen die Zeit, die wir hier haben, nicht verschlafen. Also schlafen wir statt zehn nur fünf Stunden.’“ Junggründer René Vonwald erinnert sich an die Zeit vor dem Valley-Aufenthalt

24-stündige Wachphase zum Anfangen

Die Umstellung auf mehrphasischen Schlaf ist nicht trivial. Um sich direkt in den neuen Rhythmus zu befördern machten René und Constantin am ersten Tag durch: Sie blieben 24 Stunden lang wach und verhielten sich dann exakt nach dem Schema oben. „Der zweite Tag ist der schlimmste, aber danach geht es. Wir haben uns optimal gegenseitig motiviert, so etwas geht eben gut in einem Startup.“ Beide sind sich einig.

Übrigens: Verkürzter Schlaf und der Aufbau eines Unternehmens war den beiden nicht genug. Sie unterzogen sich während der Zeit in Kalifornien sechs Mal pro Woche einem Sportprogramm und stellten auch ihren Speiseplan zuzgunsten ihrer Fitness um.

 

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